§ Gesetze zu Wurfmessern §

Deutschland  Schweiz

Hinweis: Ich bin ein juristischer Laie, der wie jeder mündige Bürger die Gesetze liest und versucht zu verstehen. Ich kann keine Garantie für die Richtigkeit des hier Gesagten geben!

Deutschland

Auch mit dem neuen (externer Link / neues Fenster)Waffengesetz, das im April 2008 in Kraft trat, bleibt der Besitz von Wurfmessern legal.

Es ist weiterhin nicht klar, ob Wurfmesser als "Hieb- und Stoßwaffe" anzusehen sind (vgl. WaffG Anlage 1, Abschnitt 1, Unterabschnitt 2, Nummer 1.1), also überhaupt von den allgemeinen Vorschriften des Waffengesetz erfasst sind (siehe dazu auch die untenstehende Email).

42a: Jedoch ist das Führen (= dabei haben, transportieren) von feststehenden Messern mit einer Klingenlänge von über 12cm verboten (§42a WaffG). Als Ausnahme erlaubt bleibt, solche Messer bei berechtigtem Interesse zu führen, beispielsweise zum "Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck". Auch der Transport in einem verschlossenen Behältnis ist erlaubt, zum Beispiel einem Rucksack mit Vorhängeschloss ((externer Link / neues Fenster)1, (externer Link / neues Fenster)2), oder besser einem Köfferchen, wie es für Photoausrüstung verkauft wird. Ein Verstoß gegen diesen Paragraphen wird (nur) als Ordnungswidrigkeit geahndet. Dadurch, und aufgrund der schwammigen Formulierung, hat der jeweilige Polizist einen großen Ermessensspielraum (was explizit das Ziel des Gesetzes war).
Wurfmesser fallen also wegen ihrer Klingenlänge meist unter diesen Paragraphen, jedoch denke ich, dass das Führen zum Zweck des Werfens (= Sport) erlaubt ist.

Das Mitführen von Wurfmessern bei öffentlichen Veranstaltungen ist nicht zu empfehlen (§42 WaffG), sie könnten doch als Waffe eingestuft werden.
Definitiv nichts zu suchen haben sie (und andere ähnlich "gefährliche" Dinge) auf dem Weg zu oder bei öffentlichen Versammlungen oder Aufzügen (vgl. §2 Abs. 3 in Verbindung mit § 27 (externer Link / neues Fenster)Versammlungsgesetz).

Wurfäxte, also explizit zum Werfen vorgesehene Äxt - und damit wahrscheinlich auch Kampf/Tactical-Äxte - werden vom (externer Link / neues Fenster)Bundeskriminalamt als "Hieb- und Stoßwaffen" eingestuft (vergleiche Feststellungsbescheid Hibben-Wurfaxt "Pro-Thrower Axe" vom 19.6.2009). Sie sind somit vom §42a (siehe oben) erfasst, mit den entsprechenden (Transport-) Folgen.

Wurfsterne, also die sogenannten Ninjasterne, sind ausdrücklich verboten (§2 Abs. 3 WaffG in Verbindung mit Anlage 2, Abschnitt 1, Nummer 1.3.3)!

Das Messer Magazin bietet einen gut verständlichen (externer Link / neues Fenster)Ratgeber Messer und Recht zum herunterladen an.

Ausführliche Informationen zur Rechtslage rund um Messer gibt es bei der (externer Link / neues Fenster)Initiative "Messer sind Werkzeuge".


Die (externer Link / neues Fenster)Seiten des Polizeipräsidums Mönchengladbach enthalten Erläuterungen zu verschiedenen Bestimmungen des Gesetzes. Auf eine Anfrage hin erhielt ich die folgende Mail, welche die Vorschriften gut zusammenfasst:

"Sehr geehrter Herr,
Wurfmesser sind keine verbotenen Gegenstände im Sinne des Waffengesetzes. Ob sie als Hieb- und Stoßwaffe anzusehen sind ist allerdings strittig. Es kommt auf die Zweckbestimmung der Messer an. Soweit sie, wie im Fall der Artisten-Wurfmesser, als Sportgerät genutzt werden unterliegen sie überhaupt nicht dem Waffengesetz.

Dies könnte allerdings der Fall sein, wenn sie so konstruiert wären, daß der Zweck des Messers die Herbeiführung von Verletzungen ist. Hierbei kommt es dann auf den erklärten Willen des Herstellers an. Würde zum Beispiel die Fa. X erklären, das Wurfmesser sei zur Abwehr von Angriffen oder zu Kampfeinsätzen geeignet, wäre es als Hieb- und Stoßwaffe anzusehen. Rechtlich wäre dann ein Erwerb [erst] ab 18 Jahren möglich und das Führen eines derartigen Messers bei öffentlichen Veranstaltungen/Versammlungen untersagt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Polizei Mönchengladbach"

Hinweis: Diese Mail bezog sich noch auf das Waffengesetz, das bis April 2003 gültig war.

Schweiz

Wurfmesser gelten als Waffen. Der Erwerb und das Tragen ist in der Schweiz verboten. Nach Gesprächen mit einigen Händlern (die sich natürlich auch nicht alle einig waren) sind Wurfmesser nur als solche anzusehen, wenn sie einige Eigenschaften aufweisen:
  • Sie haben eine symetrische Klingenform.
  • Sie sind beidseitig geschliffen und scharf.
  • Sie sind vorne an der Klinge schwerer als am Griff.
Wer es genau wissen will, schaut am besten im (externer Link / neues Fenster)Waffengesetz nach (u.a. Art. 4 und 5. Erwerb und Tragen verboten, Besitz erlaubt?), oder sucht bei (externer Link / neues Fenster)admin.ch oder (externer Link / neues Fenster)proTell nach Zusammenfassungen der aktuellen Gesetzeslage.

International

Eine mehr als 15 Länder umfassende, mit zahlreichen Verweisen auf die Länder-Gesetze versehene (externer Link / neues Fenster)Übersicht über Messer-Waffengesetze gibt es in der englischen Wikipedia.

 


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